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Die Kuhrassen der Schweiz in der Milch- und Fleischproduktion

Die Kuhrassen der Schweiz in der Milch- und Fleischproduktion

In der Schweiz gibt es etwas mehr als 1,5 Millionen Tiere der Rindviehgattung. Davon sind weniger als die Hälfte Kühe. Die Tiere werden entweder zur Milch- oder zur Fleischproduktion und teilweise auch für beides gehalten. Hier erfährst du, welche Rinderrassen es in der Schweiz besonders oft gibt und welche Kuhrassen aus der Schweiz selber stammen. Ausserdem sagen wir dir, worin der Unterschied zwischen Mutterkühen und Milchvieh liegt, was das besondere an den Simmentalern ist und wie viel des in der Schweiz konsumierten Rindfleischs aus der Schweiz selber stammt.

Welche Kuhrassen gibt es in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es viele verschiedene Rinderrassen, wie Kuhrassen auch genannt werden. Einige dieser Rassen wurden in der Schweiz selber gezüchtet, andere stammen aus dem Ausland. In der Schweiz weit verbreitet sind:

  • Braunvieh und Original Braunvieh
  • Limousin
  • Swiss Fleickvieh
  • Holstein und Red Holstein

Welche Rinderrassen stammen wie das Braunvieh aus der Schweiz?

Die Geschichte des Braunviehs begann im 15. Jahrhundert im Kloster Einsiedeln. Dort hat die Rasse mit der braunen Fellfarbe ihren Ursprung. Von der Zentralschweiz wurden die Tiere in die USA gebracht, wo sie weitergezüchtet wurden. Einige Tiere kamen zurück in die Schweiz und wurden mit Schweizer Tieren gekreuzt. Deshalb wird heute zwischen Braunvieh und Original Braunvieh unterschieden. Braunvieh wird für die Fleisch- und die Milchproduktion eingesetzt. Folgende Kuhrassen stammen ebenfalls aus der Schweiz:

  • Eringer stammen aus den französischsprachigen Tälern im Kanton Wallis. Sie sind gute Milchkühe, die ihre Rangordnung in einem Kuhkampf festlegen. Diese Kuhkämpfe haben im Wallis eine lange Tradition und sind ein wahres Volksspektakel. Eringer sind sehr robuste Kühe, was für die Tiergesundheit wichtig ist.
  • Holsteiner gehören zu den Spitzenreitern in der Milchproduktion und sind schwarz oder rot mit weissen Flecken oder weiss mit schwarzen oder roten Flecken. Ursprünglich stammen sie aus Nordholland. In den 1960er Jahren wurden die damaligen Holsteiner mit Simmentalern und Schwarzfleckvieh gekreuzt.
  • Swiss Fleckvieh entstand durch die Kreuzung von Red Holstein Tieren mit Simmentalern.
  • Simmentaler: Diese Rasse stammt aus dem Simmental und ist eine beliebte Zweitnutzungsrasse.
  • Montbéliarde stammen zwar aus Frankreich, doch so nahe an der Grenze, dass man sie fast noch als Schweizer Kühe bezeichnen kann.
  • Grauvieh: Aus der Schweiz sowie dem Nord- und Südtirol stammend, gelten diese Tiere als trittsicher in hügeligem Gebiet und sind eine Zweinutzungsrasse, können also für die Milchproduktion- und die Fleischproduktion eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Milchvieh und Mutterkühen?

Der Hauptunterschied zwischen Milchvieh und Mutterkühen liegt in der Art der Tierhaltung. Mutterkühe verbringen sehr oft einen grossen Teil ihres Lebens auf der Weide. Sie werden, im Gegensatz zum Milchvieh, nicht gemolken und die Kälber verbleiben bei den Mutterkühen. Diese versorgen die Jungtiere selber und ziehen sie auf. Wenn sie auf natürliche Weise ihr Schlachtgewicht erreicht haben, werden sie zum Schlachter gebracht. Beim Milchvieh ist es hingegen so, dass die Kühe gemolken und die Kälber separat und vom Muttertier getrennt aufgezogen werden. Sind die Tiere alt oder können sie aus anderen Gründen nicht mehr zur Zucht und zur Milchproduktion eingesetzt werden, werden sie auch geschlachtet und ihr Fleisch vermerktet. Die Tiere, die sich nicht zur Zucht oder zur Milchproduktion eignen, wie der grösste Teil des männlichen Jungviehs, kommen häufig in Mastbetriebe, bis sie das gewünschte Schlachtgewicht erreichen. Das Hauptaugenmerk von Tieren, die auf Milchviehbetrieben gehalten werden, liegt ganz klar in der Produktion von Milch. Diese wird zum einen Teil in verschiedenen Variationen abgepackt und zum anderen Teil zu Käse und anderen Milchprodukten weiter verarbeitet.

Warum kostet Fleisch von Tieren aus Mutterkuhhaltung vergleichsweise mehr?

Bei den verschiedenen Rinderrassen wird zwischen Fleisch- und Milchviehrinderrassen unterschieden. Bei den Fleischrinderrassen liegt das Hauptaugenmerk der Zucht unter anderem auf eine gute Fleischqualität. Diese Rassen werden zu einem grossen Teil in der Mutterkuhhaltung eingesetzt. Die Tiere werden nicht gemästet, sondern sind während der Vegetation jeden Tag auf der Weide und erreichen auf diese Weise ihr Schlachtgewicht später als ihre gemästeten Artgenossen. Dafür brauchen sie natürlich mehr Zeit, als wenn sie gemästet werden.

Was ist das Besondere an der Rasse der Simmentaler?

Auf der Welt soll es mehr als 40 Millionen Simmental-Kühe geben. Sie werden auf der ganzen Welt zur Fleischproduktion gehalten, haben aber auch eine ausgezeichnete Milchleistung. Die Rinderrasse der Simmentaler wurde in früheren Jahren aufgrund ihrer guten Leistung in andere Rassen eingekreuzt.

Welche Fleischrinderrassen gibt es in der Schweiz?

Mutterkuhschweiz ist die Dachorganisation der Mutterkuhhalter und Züchter von Fleischrindern in der Schweiz. Seit 1980 gibt es das Fleischrinderherdebuch. Inzwischen gibt es etwas mehr als 1.000 Herdebuchbetriebe in der Schweiz. Im Fleischrinderherdebuch sind 37 Rassen vertreten. Die acht am weitesten verbreiteten Fleischrinderrassen sind:

  • Angus
  • Aubrac
  • Charolais
  • Dexter
  • Galloway
  • Highland Cattle
  • Limousin
  • Simmentaler

Wie viel des in der Schweiz konsumierten Rindfleisches stammt aus der Schweiz?

Der Hauptteil des Rindfleisches, das in der Schweiz konsumiert wird, stammt aus dem Inland. Beim Kalbfleisch sind es mehr als 97 Prozent, beim Rindfleisch, also Fleisch von älteren Tieren der Rindergattung, sind es rund 85 Prozent. Engpässe gibt es immer wieder bei edlen Fleischstücken, von denen es in der Schweiz nicht genügend gibt, um die Nachfrage zu decken.

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